Vielfalt lieben – Toleranz leben

Das Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e. V. bietet im Rahmen des Programms „Vielfalt lieben – Toleranz leben“ von Januar bis Dezember 2018 Workshops für Toleranz und Demokratie an sächsischen Schulen überwiegend im ländlichen Raum an. Die Veranstaltungen sind kostenlos und werden in enger Absprache thematisch, zeitlich und inhaltlich an die Bedürfnisse der jeweiligen Schule angepasst.
 
INFORMATIONEN & ANMELDUNG:

Tel.: 0341 / 995 444 0
E-Mail: info@dg-bildungswerksachsen.org

TERMINE 2018:

17.04.2018: Produktionsschule „Querbeet“ Hosterwitz-Dresden, Workshop: Hate Speech
24.04.2018: Freie Schule Boxberg, Workshop: Rechte Jugendkultur
25.04.2018: Freie Schule Boxberg, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
15.05.2018: Oberschule Ottendorf-Okrilla, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
28.05.2018: IB Dresden-Mitte, Workshop: Rechte Jugendkultur
22.06.2018: Goethe-Gymnasium Bischofswerda, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
22.06.2018: Goethe-Gymnasium Bischofswerda, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
26.06.2018: Christliches Gymnasium Riesa, Workshop: Hate Speech
26.06.2018: Christliches Gymnasium Riesa, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
27.06.2018: Gymnasium Einsiedel, Workshop: Hate Speech
27.06.2018: Gymnasium Einsiedel, Workshop: Rechte Jugendkultur
27.06.2018: Gymnasium Einsiedel, Workshop: Antisemitismus
16.08.2018: Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Hate Speech
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Rechte Jugendkultur
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Rechte Jugendkultur
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Antisemitismus heute
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
02.10.2018: Oberschule Weißig Dresden, Workshop: Jugend und Demokratie
25.10.2018: Sportoberschule Leipzig, Workshop: Rechte Jugendkultur
29.10.2018: Kompaktschule Zwickau, Workshop: Jugend & Demokratie
01.11.2018: Oberschule Ottendorf-Okrilla, Workshop: Rechte Jugendkultur
01.11.2018: Oberschule Ottendorf-Okrilla, Workshop: Rechte Jugendkultur
06.11.2018: Schule für Sozialwesen Aue; Workshop: Rechte Jugendkultur
19.11.2018: Sportoberschule Leipzig, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
20.11.2018: Internationale Schule Reinsdorf, Workshop: Rechte Jugendkultur
29.11.2018: Sportoberschule Leipzig; Workshop: Hate Speech
03.12.2018: Internationale Schule Reinsdorf, Workshop: Hate Speech
07.12.2018: Schiller-Gymnasium Leipzig, Workshop: Hate Speech
11.12.2018: Oberschule Wittichenau, Workshop: Ausgegrenzt & abgestempelt
11.12.2018: Oberschule Wittichenau,Workshop: Rechte Jugendkultur
11.12.2018: Oberschule Wittichenau, Workshop: Hate Speech

ANGEBOTENE WORKSHOPS:

Rechte Jugendkultur – Rechte Symbolik, Codes, Musik und Rhetorik

Workshopdauer: 3 Zeitstunden; für alle Schultypen geeignet, ab Klassenstufe 7
25 – 30 Teilnehmer/innen

Die Symbole rechtsextremer Gruppierungen, ihre Codes und Erkennungszeichen sind oftmals nur für Eingeweihte zu erkennen. Seit Jahren schon verwischen die Grenzen zwischen rechtsextrem orientierter Jugendkultur und Mainstreamkultur zusehends. Jugendliche kommen so sehr leicht mit rechtsextremen Inhalten in Kontakt, was ihre Anwerbung für die rechtsextreme Szene vereinfacht. Insbesondere Kleidung und Musik sind für junge Menschen ein Ausdruck der Abgrenzung von der Erwachsenenwelt und spielen eine zentrale Rolle. Dabei ist die Verwendung bestimmter Marken und Codes bewusst ambivalent, die Zugehörigkeit zur rechten Szene kann oft nicht durch ein bestimmtes Merkmal festgestellt werden, sondern ergibt sich aus dem Gesamtkontext. Der Workshop soll Jugendlichen einen umfassenden Überblick über rechte Jugendkultur und ihre unterschiedlichen Ausprägungen geben, er soll ihnen die Fähigkeit verleihen, rechte Anwerbestrategien zu durchschauen und sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen, die sich hinter den Symbolen verstecken. Auf diese Weise wird couragiertes Handeln gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gefördert sowie das demokratische Bewusstsein der Schüler gestärkt.

Ausgegrenzt und abgestempelt – Vorurteile im Schulalltag

Workshopdauer: 3 Zeitstunden, ab Klassenstufe 6
max. 20 Teilnehmer/innen

Es gibt sie in jeder Klasse: die Ausgegrenzten und Gehänselten. Sie kommen aus anderen Kulturen, tragen nicht die angesagten Markenschuhe oder sind einfach nicht so kommunikativ wie andere Schüler. Als Strafe werden sie von den übrigen Schülern gemieden, gehänselt oder erfahren Gewalt. Häufig wird Ausgrenzung bewusst oder unbewusst dazu genutzt, die eigene Gruppe nach innen zu festigen und das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Was im Schulalltag im Kleinen geschieht, vollzieht sich in der Gesellschaft im Großen. Ganze Bevölkerungsgruppen werden gemieden, für Missstände verantwortlich gemacht, oder gar Opfer von Gewalt, weil sie in ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrem Lebensstil von der „Normalität“ abweichen. Im Workshop „Ausgegrenzt und Abgestempelt“ werden gängige Vorurteile unter die Lupe genommen und hinterfragt. Die Schüler sollen lernen, sich kritisch mit Vorurteilen auseinanderzusetzen, Ausgrenzung im Alltag zu erkennen und Vielfalt als Bereicherung zu verstehen. So sollen Vorurteile abgebaut und couragiertes Handeln gefördert werden. Der Workshop richtet sich in erster Linie an Förder-, Berufs-, Ober-, und Realschulen und ist dem Leistungsniveau dieser Schüler angepasst.

„Das wird man wohl noch sagen dürfen…“ – Wie kann man Hate Speech begegnen?

Workshopdauer: 3 – 4 Zeitstunden; ab Klassenstufe 8
max. 20 Teilnehmer/innen

Wo fängt Hetze an? Was bedeutet freie Meinungsäußerung? In sozialen Netzwerken und Internetforen ist Hate Speech gegen Minderheiten an der Tagesordnung. User verbreiten im Netz zunehmend rassistische, antisemitische und andere menschenfeindliche Postings, hinzu kommt die systematische virale Brandstiftung von rechtsextremen Gruppen und Parteien. Dabei finden sich Fremdenfeindlichkeit und übersteigertes Nationalbewusstsein nicht nur in einschlägigen rechtsextremen Kreisen. Nicht erst seit der Flüchtlingskrise finden sie in verdeckter oder offener Form auch Eingang in den Alltag vieler Jugendlicher. Wie begegnet man solchen Positionen? In einem Kommunikationstraining zur Erwiderung von Hassbotschaften und rechten Parolen lernen Jugendliche zuallererst, in der Auseinandersetzung mit menschenfeindlichem Gedankengut nicht zu verstummen. Erfolgreiches Argumentieren, schlagfertige und überzeugende Gegenargumente sind die Basis dafür. Der Workshop deckt Wortergreifungsstrategien der Rechten auf und vermittelt geeignete Gegenmaßnahmen.

„Ich habe nichts gegen Juden, aber…“ – Antisemitismus heute

Workshopdauer: 3 – 4 Zeitstunden, ab Klassenstufe 9
25 – 30 Teilnehmer/innen

Antisemitismus ist keineswegs nur ein Phänomen der Vergangenheit, sondern begegnet uns auch in der heutigen Zeit häufig im Alltag. Jüdische Einrichtungen aller Art werden immer wieder zum Ziel von Anschlägen oder Bedrohungen, einige Institutionen kommen ohne polizeilichen Schutz nicht aus. Antisemitische Positionen finden sich jedoch nicht nur in der rechten Szene, sie sind in abgeschwächter Form Teil des Alltags. Juden werden bestimmte, meist negative, Eigenschaften zugesprochen oder es wird ihr angeblich entscheidender Einfluss in der internationalen Finanzwelt hervorgehoben. Häufig sind Positionen und Ansichten nicht auf den ersten Blick als antisemitisch erkennbar, selbst die Urheber definieren sich nicht als Antisemiten. Und doch werden, vor allem im Zusammenhang mit Themen wie dem Nahostkonflikt, erstaunlich oft antijüdische Stereotype vertreten. Gerade Jugendlichen fällt es oft schwer, solche Stereotype zu erkennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. In einem drei- bis vierstündigen Workshop werden Schüler mit typischen antijüdischen Klischees vertraut gemacht und lernen, diese im Alltag zu erkennen. Um sich ein umfassendes und aktuelles Bild vom modernen Judentum aneignen zu können, werden die Schüler zudem mit dem Leben und der Kultur von heute in Deutschland lebenden Juden vertraut gemacht. Das Projekt eignet sich für alle Schulformen, die didaktische Umsetzung wird von den Referenten je nach Leistungsniveau der Klasse angepasst.

Jugend und Demokratie

Workshopdauer: 3 Zeitstunden; ab Klassenstufe 8
25- 30 Teilnehmer/innen

Jungen Menschen wird häufig vorgeworfen, sie interessierten sich nicht für Tagespolitik und nähmen an politischen Prozessen nicht aktiv teil. Und tatsächlich gibt es Hinweise, die für diese These sprechen, nicht zuletzt die Ergebnisse zahlreicher Studien. Partizipation an demokratischen Abläufen ist jedoch nicht angeboren, sondern die Bürger müssen bestimmte Kernkompetenzen regelrecht erlernen. Dies gilt insbesondere für Jugendliche, befinden sie sich doch erst am Anfang ihrer Entwicklung zum aufgeklärten Staatsbürger. Sie müssen sich inhaltliche Kompetenzen aneignen, um politische Fragestellungen richtig einzuordnen, sowie die Fähigkeit erlernen, eigene Interessen zu definieren und zu verfolgen. Nur so können sie tatsächlich an demokratischen Prozessen partizipieren und ihren Platz in einer aktiven Bürgergesellschaft finden. Das Erlernen dieser Kompetenzen kann auf verschiedenen Wegen geschehen, es kann im eigenen Stadtteil ansetzen, in der Bildungspolitik oder bei globalen Fragen wie dem Klimaschutz. Wichtig ist, dass sich Angebote der politischen Bildung stets am Lebensumfeld und am Erfahrungshorizont der Jugendlichen orientieren. Der Workshop „Jugend und Demokratie“ zeigt Schülern, welche vielfältigen Möglichkeiten ihnen offenstehen, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.

 
Das Projekt „Vielfalt lieben – Toleranz leben“ wird gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“